1850 1902 1906 1909 1913 1938/39 1961 2011
Die Entwicklung Berlins Beginn der Planung Meyers Plan Die Eröffnung Friedhofsbahn Umbettung DDR - Zeit Heute

2011 - Der Südwestkirchhof Heute

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"Ein Stück märkischen Waldes, parkartig behandelt, die Gräberplätze weit auseinander, herrlich, schön, friedlich."

Mit diesen Worten beschreibt Victor Klemperer den einzigartigen Charakter des Südwestkirchhof Stahnsdorf. Der 1909 von der Evangelischen Kirche eingerichtete Südwestkirchhof Stahnsdorf ist mit seinen 206 ha Friedhofsfläche, einer der größten und bedeutendsten Friedhöfe Deutschlands. Angelegt hatte man ihn für den Süd-Westen Berlins.

Wegen seiner einzigartigen und großzügigen Gestaltung wurde der Südwestkirchhof schnell zu einem Begräbnisplatz berühmter Persönlichkeiten. Menschen aus allen Bereichen des Lebens, Wissenschaftler, Unternehmer, Politiker und Kulturschaffende, haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden. Neben Werner von Siemens, Dr. Georg Graf von Arco und Dr. Edmund Rumpler sind Namen wie Heinrich Zille, Engelbert Humperdinck und Lovis Corinth zu finden, damit sollen nur einige wenige erwähnt sein.

Durch den Lauf der Geschichte und die Auswirkungen verschiedener Epochen, ist der Südwestkirchhof heute nicht mehr nur Begräbnisplatz. Er präsentiert eine einzigartige Dokumentation von Bestattungskultur aus zwei Jahrhunderten. Neben reich verzierten Grabsteinen und überdimensionalen Grabwänden, findet man auch Mausoleen im Stil des Klassizismus und Expressionismus sowie Barock und Gotik.

Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz ist noch heute Eigentümerin des Südwestkirchhofs. Zur Erhaltung dieser kultur- und kunsthistorisch bedeutsamen Friedhofsanlage hat sich 2000 der Förderverein Südwestkirchhof Stahnsdorf e.V. gegründet.

Fast 100 Jahre nach seiner Eröffnung zieht der Friedhof mit seiner kulturhistorisch bedeutenden Vergangenheit Besucher aus aller Welt an.

Die englische Königin Elizabeth II besuchte am 3. November 2004 den Südwestkirchhof, um auf dem britischen Soldatenfriedhof anlässlich ihres Staatsbesuchs in Deutschland den Verstorbenen des ersten Weltkriegs zu gedenken.

Sie dankte den Friedhofsmitarbeitern offiziell für die Pflege der Grabanlagen während der DDR Zeit und führte mit Menschen aus Stahnsdorf persönliche Gespräche.

Die Geschichte des Südwestkirchhofs ist von den Einflüssen der wechselhaften Politik des 20. Jahrhunderts geprägt. Die englische Königin hat mit ihrem Besuch den Menschen, die durch verschiedene Epochen hindurch im Hintergrund für den reibungslosen Ablauf und die Pflege des Südwestkirchhofs arbeiteten, Anerkennung und Dank erwiesen.

60 Jahre nach Kriegsende ist der Queen-Besuch ein Zeichen der Versöhnung und Völkerverständigung und geht als historisch bedeutender Moment in die lange Reihe von Besuchen bedeutender Persönlichkeiten ein.